Arbeit am Pastoralplan

Was geschehen ist und was noch geschehen wird

Ja, mach nur einen Plan 
sei nur ein großes Licht 
und mach dann noch 'nen zweiten Plan 
gehn tun sie beide nicht.

Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens (Bertolt Brecht, Dreigroschenoper)

Dieser Auffassung von Bert Brecht schließen wir uns nicht an. „Wir“, das ist die „Steuerungsgruppe Pastoralplan“ aus Mitgliedern des Kirchenvorstands und des Pfarreirates. Wir glauben, dass unsere Kirche sich, wie zu allen Zeiten seit ihrer Gründung, verändert und entwickelt – auf allen Ebenen. Diese Entwicklung wollen wir aktiv gestalten. Das Bistum Münster hat bereits auf seiner Ebene einen Pastoralplan entworfen, die Gemeinden machen das ganz konkret auf Ortsebene.

Ablauf der Planung

In drei große Phasen ist der Prozess der Entstehung unseres lokalen Pastoralplans gegliedert: „Sehen, Urteilen, Handeln“ – das ist der Dreischritt, der dem Prozess zum Pastoralplan eine Struktur geben soll. Beim Sehen, wie die Situation der Gemeinde sich darstellt, und Urteilen darüber, wie die Ergebnisse einordnet und bewertet werden können, war die Fragebogenaktion im Frühjahr dieses Jahres das wichtigste Instrument. Ermutigt hat uns der Umstand, dass mit 491 von 2.000 ausgegebenen Bögen der Rücklauf sehr hoch war. Die Erkenntnisse aus den vielfältigen Antworten, auch gerade den frei formulierten, bilden den Ausgangspunkt für „Urteilen“ und „Handeln“.

Sehen und urteilen

Vieles wurde in den Antworten verstärkt: Katechesen zur Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung, caritative Angebote, Kirchenchor und noch viele andere Felder wurden hier genannt. Anderes wurde eher kritisch gesehen, neben den Gremien Kirchenvorstand und Pfarreirat gab es unter anderem auch Wünsche an die Gestaltung der Liturgie.

Neben den Einzelfragebögen, deren Ergebnisse wir in einer Pfarrversammlung am 1. September 2015 vorgestellt haben, sind auch die Rückmeldungen der Gruppenfragebögen sehr aussagekräftig. Hier hatten kfd, Messdiener, Kirchenchor, Kolping, Pfadfinder und viele weitere Gruppen die Möglichkeit, sich mit ihren Aufgaben, Vorstellungen, Meinungen, Sorgen und Fragen einzubringen. – Auch die Pfarrversammlung war sehr gut besucht; der Saal bei Grimmelt mit 160 Teilnehmern voll.

Die Rückmeldungen aus den Gruppen, Verbänden und Vereinen werden eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die Ergebnisse der  Einzelfragebögen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Mitglieder der Steuerungsgruppe mit jeder Gruppe, die einen Fragebogen ausgefüllt und zurückgegeben hat, das Gespräch darüber suchen – weil der Pastoralplan nicht nur eine Aufgabe der Steuerungsgruppe, sondern der ganzen Gemeinde ist.

Handeln

Ein Plan, so auch unser Pastoralplan, richtet sich auf die Zukunft, will sie nach Möglichkeit gestalten; deshalb waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pfarrversammlung aufgefordert, ihre Vorstellungen, Wünsche, ja – auch „Visionen“ – zur Entwicklung der Gemeinde, der Kirche vor Ort, aufzuschreiben. Die Stichworte hierzu werden zurzeit systematisch zusammengestellt, dazu wurden die Teilnehmer der Pfarrversammlung eingeladen, die ihre Mitwirkung angeboten hatten.

Die Kirche kennt seit altersher drei Grundaufgaben: „Zeugnis“ (Verkündigung, Verbreitung des Evangeliums), „Diakonie“ (Dienst an den Menschen, zum Beispiel die Linderung von Not und Armut in der Welt)  und „Liturgie“ (Gottesdienst, gemeinsames Gebet, insbesondere Feier der Eucharistie); das Zweite Vatikanische Konzil hat die „Communio“ (Gemeinschaft) als vierte hinzugefügt. Diese Aufgaben könnten schon eine Möglichkeit zur Gliederung des Plans und unserer Arbeit sein – der weitere Verlauf wird zeigen, wieweit das trägt.

Ausblick

Im Laufe des Jahres 2016 soll unser Plan fertig sein. Wir haben den Ehrgeiz, ihn so konkret wie möglich zu gestalten; auf Floskeln und Allgemeinplätze wollen wir verzichten. Wir wollen den Fragen nachgehen, wo und wie die vielen guten Initiativen, Aktivitäten und Projekte in unserer Gemeinde unterstützt werden können, natürlich auch, wie die Hinweise auf entwicklungsfähige oder gar verbesserungsbedürftige  Situationen umgesetzt werden können. Wir wünschen uns weiterhin die starke und gute Resonanz unserer Arbeit in der Gemeinde. Wir sind uns sicher, das Vorhaben kann nur gelingen, wenn der Pastoralplan von der ganzen Gemeinde getragen wird.