Dialogpredigt zum Gemeindepastoralplan

Am 15. und 16. November wurden die Gemeindemitglieder in allen Gottesdiensten durch eine von Pfarreiratsmitgliedern gehaltene Dialogpredigt zur Mitarbeit am Gemeindepastoralplan eingeladen. Wir geben hier den Wortlaut der Predigt wieder:

 

1)Hast du es bemerkt, als du in die Kirche gekommen bist: Heute sind wir als Kirchenbesucher wieder gezählt worden. Das geschieht ja 2x im Jahr.

2)Werden wohl wieder weniger Kirchenbesucher sein als im letzten Jahr. Es geht ja immer weiter zurück.

1)Stimmt: Viele engagieren sich  
in unserer Gemeinde, nehmen aber nicht regelmäßig am Gottesdienst teil. Vielleicht hat das damit zu tun, dass man früher ja zur Kirche gehen musste, oder weil es einfach eine Tradition war, die man nicht hinterfragt hat.  Und heute genießt man eher die Freiheit.

 


2)Und das Wichtigste ist –glaube ich -, dass viele Menschen nicht mehr daran glauben, dass der Gottesdienst oder die Kirche allgemein ihnen bei der Bewältigung des Alltags helfen können.

1) Heute Morgen und heute Nachmittag haben insgesamt 107 Jugendliche aus unserer Gemeinde das Sakrament der Firmung empfangen. Während der Vorbereitungszeit gaben einige von ihnen auf die Frage, was sie heute am Gottesdienst, an der Kirche schwierig finden, 
u.a. folgende Antworten:
- nur auf ältere Leute angepasst

 

- Alles wird ohne Lust gesprochen, so wie es da steht
- Man hat keinen Bezug dazu, weil wir nicht streng religiös erzogen wurden
- Die Kirche ist nicht offen für Neues. Sie ist altmodisch, veraltet.
- Immer die gleichen Lieder, immer der gleiche Ablauf

2) Ob die Jugendlichen dann kommen würden, wenn man es anders gestaltet, ist natürlich auch nicht sicher.
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1) Ich bin mir sicher, der Glaube in unserer Gemeinde ist sehr lebendig, auch wenn er sich nicht unbedingt bei allen in der Mitfeier des sonntäglichen Gottesdienstes ausdrückt. Viel Engagement von Ehrenamtlichen gibt es in ganz unterschiedlichen Bereichen. Unsere Lebenswirklichkeit ändert sich ständig. Und die Kirche ist ein Sinnanbieter unter vielen geworden. Auch unsere Pfarrgemeinde.


 

 

 

2. Aber was können wir als Gemeinde tun, damit Menschen Wege eröffnet werden, damit sie mit unserem christlichen Glauben wieder mehr oder neu in Berührung kommen oder damit der Glaube weiter vertieft werden kann?? Wie können wir als Kirchengemeinde erfahren, was Glaube in der heutigen Zeit für jeden und jede bedeutet und wie er gelebt werden kann?

 

 

 

1.Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, haben der Pfarreirat und das Seelsorgeteam beschlossen, zusammen mit den Gemeindemitgliedern ein neues Konzept, einen Plan für die gemeinsame Arbeit hier vor Ort zu erstellen.

 

2.Dieser Pastoralplan kann für unsere Gemeinde eine große Klarheit bringen bezüglich der wahrzunehmenden Aufgaben in der kommenden Zeit.

1. Wichtig sind dabei folgende Fragen:
 
- Wie gestalten die Menschen hier ihr Leben, was bewegt sie, welche Ideen haben sie, wofür möchten sie sich engagieren?

2. Wie handelt die Pfarrgemeinde heute in ihren bestehenden Gruppen, mit ihren Programmen und Aktivitäten?

1. Was geht gut? Was braucht Unterstützung? Was hat sich möglicherweise überlebt?

 

 

 

2. Welche neuen Akzente wollen wir setzen? Und vor allem: Was kann jeder von uns hier dazu beitragen, dass die Botschaft von Jesus Christus in der heutigen Zeit bei den Menschen hier in Gescher ankommt?

 


1. Der Pastoralplan soll mit einer möglichst breiten Beteiligung aller Gemeindemitglieder entstehen. Im Pfarreirat ist eine sogenannte Steuerungsgruppe gegründet worden, die aus 8 Mitgliedern besteht und die ganze Aktion vorbereitet und durchführt. Wir beide gehören zu dieser Gruppe dazu.

 

2. Insgesamt ist für die Erarbeitung des Plans ein Zeitraum von etwa 18 Monaten vorgesehen. In einem ersten Schritt geht es darum, in Erfahrung zu bringen, was die Menschen in unserer Gemeinde hier in Gescher bewegt, wie sie die Situation in unserer Gemeinde einschätzen. Dies geschieht in Form eines Fragebogens, der zur Zeit noch erarbeitet wird. Aber auch die kirchlichen Gruppen und Verbände sollen befragt werden.

1.- Diese Phase soll etwa bis März 2015 dauern. Eine Pfarrversammlung schließt sich an, in der wir die Ergebnisse vorstellen wollen.
Daran anschließend soll es eine Phase geben, wo wir das Wahrgenommene deuten wollen, Ziele und Aufgaben für die Zukunft formulieren wollen.
In der letzten Phase schließlich wird es darum gehen, konkrete Vereinbarungen für Programme oder Aktionen zu treffen.
Auf Bistumsebene ist solch ein Pastoralplan bereits erstellt und verabschiedet worden.

 


2. Als wir uns mit den Materialien beschäftigt haben, die das Bistum für die Umsetzung des Pastoralplans den Gemeinden zur Verfügung stellt, sind wir auf die biblische Erzählung von den Emmaus-Jüngern gestoßen: Zwei Menschen auf dem Weg, die von Jesus begleitet werden, der ihnen hilft, mit den Augen des Glaubens zu sehen.

 

1.In diesem Sinne wollen wir hier in Gescher unser pastorales, seelsogliches Leben in den Blick nehmen, gemeinsam beurteilen und entscheiden, wie ein zukünftiger Weg aussehen kann. Dabei schauen wir auf die Möglichkeiten und Talente, die uns hier zur Verfügung stehen.

2. Liebe Gemeinde! Wir haben uns im Pfarreirat an einem Wochenende mit
dem Pastoralplan beschäftigt und einstimmig entschieden, diesen Plan zu erstellen. Wir sind davon überzeugt, dass es für unsere Gemeinde gut ist, das zu tun! Und es soll kein Plan werden, der ganz schnell wieder in der Schublade verschwindet.

1. Deswegen  
sind wir dabei vor allem auf Ihre Mithilfe angewiesen, indem Sie uns Ihre Gedanken und Ihre Ideen mitteilen. Das können Sie in der nächsten Zeit tun, indem Sie den bereits erwähnten Fragebogen ausfüllen oder direkt Pfarreiratsmitglieder ansprechen.

2. „Brannte uns nicht das Herz, als er mit uns redete“, so lautet einer der zentralen Sätze aus der Emmaus-Erzählung. Wir wünschen uns, dass etwas von diesem Feuer auch auf uns alle überspringt, damit wir immer wieder spüren können: Der Glaube in unserer Gemeinde lebt.