Pfarrkirche St. Pankratius

Adresse: Kirchplatz 19, 48712 Gescher


Öffnungszeiten:

Sommerzeit: 8.00 Uhr – 18.00 Uhr
Winterzeit: 8.00 Uhr – 17.00 Uhr


Zur Bauhistorie:

Die Pfarrkirche St. Pankratius war ursprünglich eine Eigenkirche des Stiftes Borghorst. Im Jahr 985 wurden Reliquien des hl. Pankratius von Rom in die Benediktinerabtei Gent übertragen. Da das Borghorster Damenstift den Heiligen stark verehrte und sich bis heute Reliquien des Pfarrpatrons im Besitz der Pfarrkirche befinden, ist davon auszugehen, dass über die damals sehr lebendigen Handelsbeziehungen zwischen Gent und dem westlichen Münsterland Reliquien des Heiligen nach Borghorst und Gescher gelangt sind. Somit kann die Errichtung der St. Pankratius-Kirche beinahe zweifelsfrei in die Zeit der Reliquienstiftung, d.h. um 985, datiert werden.

Die erste steinerne Kirche wurde im 12. Jahrhundert, wahrscheinlich im romanischen Stil, erbaut. Die Kernsubstanz der heutigen Pfarrkirche St. Pankratius geht auf den dritten Kirchenbau zurück. Zwischen 1490 und 1510 baute Henrik de Suyr eine dreischiffige Hallenkirche mit einem fünf-achtel Abschluss, dem heutigen Chorraum, wobei er die Bruchsteine aus dem Vorgängerbau wiederverwendete. 1887-1888 wurde Hilger Hertel d.Ä. mit diversen Erweiterungsbauten betraut. Er riss den im Kern aus dem 12. Jahrhundert stammenden Glockenturm ab, fügte im nun offenen Westen ein weiteres Mittelschiffjoch und zwei daran angebundene, hoch aufragende Querhäuser an, errichtete im Norden und Süden zwei weitere Seitenschiffe und baute über dem südlichen Querhaus einen 78 Meter hohen Kirchturm. Der heutige Innenraum hat eine Länge von 50,5 Meter und eine Breite von max. 28,5 Meter.

Im Jahr 2007 fand eine umfassende Innensanierung der Pfarrkirche Statt. Im Sommer 2014 soll die Außensanierung der Kirche abgeschlossen werden können.

Besondere sakrale Ausstattungsstücke:

 a)      Steinretabel mit Tabernakel (1982, Prof. Elmar Hillebrand, Köln): Zu sehen ist der am Weinstock gekreuzigte Christus. Die zwölf Apostelfiguren (15. Jh.) sind als Früchte des Weinstocks Christi zu verstehen.

b)      Zelebrationsaltar (1982, Prof. Elmar Hillebrand, Köln)

c)       Im nördlichen Querhaus steht der mittelalterliche Taufstein (Ende des 12. Jahrhunderts). Geschmückt ist er mit Rankenornamenten. Getragen wird er von vier Löwen. Der Deckel wurde von H. G. Bücker aus Beckum-Vellern gestaltet.

d)      An der Nordseite befindet sich eine Holzfigur des hl. Ludgerus (um 1500), des Gründers des Bistums Münster

Orgel:

Die Orgel stammt aus der Werkstatt der Firma Stockmann, Werl. Sie wurde 1951 in Dienst genommen und hat derzeit 42 klingende Register und einen Spieltisch mit vier Manualen. Das Instrument soll im Endausbau 51 Register zählen.

Die Disposition des Orgelwerkes:

I. Manual, Rückpositiv:
1.  Rohrflöte 8'
2.  Holzquintade 8'
3.  Kleinprinzipal 4'
4.  Koppelflöte 4'
5.  Schwiegel 2'
6.  Quinte 1 1/3'
7.  Sesquialter 3f.  2 2/3
8.  Scharff 4f.  1'
9.  Dulzian 16'
10. Krummhorn 8'
      Tremulant

II. Manual, Hauptwerk:
11. Prinzipal 16'
12. Pommer 16'
13. Prinzipal 8'
14. Spitzgamba 8'
15. Singend Gedackt 8'
16. Oktave 4'
17. Spillpfeife 4'
18. Nachthorngedackt 4'
19. Quinte 2  2/3'
20. Oktave 2'
21. Rauschpfeife 4f.
22. Mixtur 6-8f.  2'
23. Trompete 16'
24. Trompete 8'


III. Manual, Schwellwerk:
25. Prinzipal 8'
26. Weidenpfeife 8'
27. Gedackt 8'
28. Weitprinzipal 4'
29. Violflöte 2'
30. Blockflöte 2'
31. Schweizerpfeife
32. Mixtur 4f.
33. Trompete 8'
34. Oboe 8'
      Tremulant

Pedal:
35. Prinzipalbass 16'
36. Subbass 16'
37. Oktavbass 8'
38. Spitzgedackt 8'
39. Choralbass 4'
40. Piffard 3f.  2'
41. Posaune 16'
42. Trompete 8'

Koppeln:
Manualkoppel   II / I
Manualkoppel   III / I
Manualkoppel   I / II
Manualkoppel   III / II
Suboktavkoppel II / I
Pedalkoppel   I
Pedalkoppel   II
Pedalkoppel   III


Glocken:

Im Turm der Kirche hängen fünf Bronzeglocken. Sie wurden 1949 in der hiesigen Gießerei Petit und Gebrüder Edelbrock gegossen:

1. Michaelsglocke, Ton H°, Durchmesser: 1,70 m, 3.162 kg

2. Pankratiusglocke, Ton D', Durchmesser: 1,40 m, 1.720 kg

3. Maria-Magdalena-Glocke, Ton E', Durchmesser: 1,24 m, 1.227 kg

4. Antonius-Glocke, Ton  Fis', Durchmesser: 1,10 m, 828 kg

5. Herz-Jesu-Glocke, Ton A', Durchmesser: 0,91 m, 471 kg

Die Glocken können unter folgendem Link gesehen und gehört werden:

www.youtube.com/watch?v=kP7dcmfOUgk

Anstößige Kreuzwegdarstellungen

Emmericher Künstler Bernd Terhorst malte 1935 Juden mit Hakennase und Stieraugen.

 

Im Dezember 2015 wandte sich Herr Martin Blenker via E-Mail an Pfarrer Ralph Forthaus, um mit deutlichen Worten die 10. und 11. Station des gemalten Kreuzweges in der Pfarrkirche St. Pankratius zu kritisieren. Er machte darauf aufmerksam, dass Juden dort mit Hakennasen und heraus stehenden Augen dargestellt werden. Damit thematisierte Herr Blenker ein wichtiges Problem, dass in unserer Pfarrgemeinden offensichtlich zuvor nicht wahrgenommen wurde. Wir sind daher Herrn Blenker für seine Wahrnehmungen sehr dankbar. Sie haben im Nachhinein zahlreiche Erkenntnisse zutage gefördert, die allein aus den unmittelbar in Gescher zugänglichen Archivmaterialien nicht zu gewinnen waren. Erst durch ausführliche Recherchearbeiten der Mitarbeiter des Diözesanarchivs in Münster und der Gruppe „Kunstpflege“ des Bischöflichen Generalvikariats in Münster, hier sind ganz besonders Herr Dr. Udo Grote, Michael Kaspar und Herr Dr. Michael Reuter zu nennen, konnten grundlegende Informationen zum Kreuzweg gefunden, diese eingeordnet und bewertet werden. Auch Dr. David Gropp vom Landesdenkmalamt machte sich auf den Weg nach Gescher, um den Kreuzweg zu sichten und bei der Interpretation dieser Malerei, die wir im Folgenden darstellen, mit seinem Wissen hilfreich zur Seite zu stehen.

Der aus Emmerich am Niederrhein stammende Bernd Terhorst (1893-1986) war ein äußerst vielseitiger Künstler, der sich ganz in der Tradition der Kirchenmaler des 19. Jahrhunderts neben der (Fresko-)Malerei auch Glasmalereien, Mosaiken, Werken in Bronze und nicht zuletzt Entwürfen für von seiner Frau Elisabeth Terhorst gewobene Gobelins widmete.

Er absolvierte zunächst auf Wunsch des Vaters eine Ausbildung als Dekorationsmaler bei der Firma Meenen in Emmerich, bevor er zwei Jahre lang bei dem Kirchenmaler Otto Linnemann in Frankfurt a.M. die Technik der Freskomalerei sowie die Gestaltung von Mosaiken und Glasfenstern erlernte. Mit 19 ging er zum Studium zunächst an die Kunstgewerbeschule nach München, bevor er 1915 an die dortige Kunstakademie wechselte. Als Meisterschüler von Professor Hugo von Habermann hatte er ein eigenes Staatsatelier und war Mitbegründer der Künstlergruppe „Junge Münchener“. 1919 wurde dem 26-Jährigen der große Staatspreis der Kunstakademie verliehen. Ein Staatsstipendium ermöglichte ihm einen 5-jährigen Spanienaufenthalt, dem sich ein 2-jähriger Aufenthalt in Marokko anschloss. 1925 arbeitete Terhorst ein Jahr lang in Berlin als Zeichner für Zeitungen, bevor er dann ab 1926 in seiner Heimatstadt Emmerich im Haus Alt-Voorthuyzen ansässig war.

Werke seines Oeuvres befinden sich heute in zahlreichen öffentlichen Gebäuden und Kirchen im In- und Ausland, u.a. auch im Vatikan und in Taiwan. So erhielt er 1940 den prestigeträchtigen Auftrag für einen Gobelin im Emmericher Rathaus. Nach dem Krieg schuf er beispielsweise das neue Hochaltarbild für den zerstörten Barockaltar der St. Vitus-Kirche in Hochelten und 1953 gestaltete er einen Kreuzweg in Fresko-Technik für das Collegium Leonium in Paderborn. 1966 wurde er von Papst Paul VI. zum „Komtur des Ordens des heiligen Silvester“, die höchst Stufe des Ordens, ernannt. In Emmerich sind nach ihm der Bernd-Terhorst-Weg und das Bernd-Terhorst-Zimmer im Rathaus benannt; sein Denkmal befindet sich in Emmerich-Hüthum.

In den 30er Jahren gestaltete Terhorst zahlreiche Kreuzwege, so beispielsweise 1931 in der St. Vincentius-Kirche in Warburg-Scherfede, für die er zudem neue Glasfenster entwarf. Auch in Gescher schuf er 1935 neben dem Kreuzweg und zwei Altären die Kartons für die Fenster im Chor und an der Südwand der St. Pankratius-Kirche. 1939 entwarf er noch ein weiteres Fenster für die Kirche, das sog. Kolpingfenster. Der Kreuzweg ist somit im Kontext dieser von Terhorst entworfenen Kunstwerke als wesentlicher Bestandteil einer aufeinander abgestimmten Gestaltung der Pfarrkirche zu sehen.

Der aus 14 Stationen bestehende Kreuzweg befindet sich in der nordwestlichen Ecke des nördlichen Seitenschiffs und ist in nahezu monochromer Farbgebung in Freskotechnik ausgeführt. In den 30er Jahren pflegte Terhorst – wie auch hier in Gescher – einen spätexpressionistischen Malstil, der sich neben der geometrischen Vereinfachung der Form durch starke Konturzeichnung, prismatische Lichtstrahlen, Kuben, abstrahierte Röhrenformen und fast karikaturhaft zugespitzte Gesichter auszeichnet.

In der 10. und 11. Kreuzwegstation, „Jesus wird seiner Kleider beraubt“ und „Jesus wird ans Kreuz genagelt“, werden die beteiligten Juden mit negativ konnotierten Merkmalen wie Hakennase und Fingern, die wie spitze Krallen wirken, dargestellt. Diese Darstellungsformen entsprechen zwar den nationalsozialistischen Rassenvorstellungen voll und ganz, lassen aber nicht zwangsläufig auf eine nationalsozialistische Gesinnung Terhorsts schließen, zumal Wilhelm Hartmann, der Auftrag gebende Pfarrer, wie bereits sein Vorgänger Pfarrer Georg Bücker gegenüber dem Nationalsozialismus überaus kritisch eingestellt war und das menschenverachtende System der Nazis Zeitzeugen zufolge in seinen Predigten versteckt anprangerte. So erscheint es eher unwahrscheinlich, dass er für die Ausstattung seiner Pfarrkirche einen dem Regime nahestehenden Künstler beauftragte.

Aus kunstgeschichtlicher Sicht bleibt darüber hinaus festzuhalten, dass antijudaistische Darstellungen eine erschreckend lange ikonographische Tradition in der christlichen Kunst haben und vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert in all ihren Gattungen zu finden sind. Die physiognomische Diffamierung der Juden durch Hakennasen, finstere Grimassen, etc. ist vor allem in der Malerei vom Mittelalter an eine höchst diskriminierende Praxis gewesen und lässt sich anhand der Werke von Künstlern wie Meister Bertram (Barbaraaltar, um 1410/15), Meister Francke (Thomasaltar, um 1424), Stefan Lochner (Apostelmartyrien, um 1435) und Hans Holbein d. Ä. (Graue Passion, um 1498), um nur einige wenige Beispiele zu nennen, nachvollziehen. In den 30er Jahren erreichte diese unsägliche Darstellungstradition schließlich, geschürt durch die antisemitische Rassenideologie der Nationalsozialisten, einen schrecklichen Höhepunkt. Dies zeigt aber auch ganz klar, dass solche Darstellungsweisen keine Erfindung der nationalsozialistischen Propaganda waren, sondern dass diese vielmehr weit verbreitete stereotype Bilder von Juden aufgegriffen und für ihre verbrecherischen, unmenschlichen Zwecke genutzt hat.

Werke wie Terhorsts 10. und 11. Kreuzwegstation stehen in der ikonographischen Tradition der christlichen Kunst und halten somit präsent, welch herabwürdigendes Gedankengut im Christentum einst über das Judentum verbreitet war. Eine bloße Tilgung bzw. Entfernung dieser zutiefst beschämenden Vergangenheit aus dem öffentlichen Raum kann jedoch nicht als adäquater Weg der Auseinandersetzung mit diesem Problem gelten. Vielmehr wäre es sinnvoll, sie dem Betrachter durch eine an der Lehre des II. Vatikanischen Konzils ausgerichtete Katechese verständlich zu machen und sie so als Mahnung für kommende Generationen zu erhalten.

Text: Michael Kaspar / Ralph Forthaus
Fotos: Ralph Forthaus

Pankratius im Religionsunterricht

Hendrik Lange erarbeitete Unterrichtshilfen.

Kürzlich überraschte Hendrik Martin Lange, seines Zeichens Religionslehrer an der Gesamtschule Gescher, Pfarrer Ralph Forthaus mit zwei Unterrichtsentwürfen zu Kunstwerken der Pfarrgemeinde St. Pankratius und St. Marien. Die erarbeiteten Unterlagen beziehen sich zum einen auf das in Sandstein gehauene Relief der „Gregorsmesse“ (um 1500) aus der Autobahnkapelle St. Antonius in Tungerloh und zum anderen um die gläserne Darstellung der Hinrichtung des heiligen Pankratius, die von der Fa. Derrix um 1900 für die Pfarrkirche St. Pankratius ausgeführt wurde.

Neben grundlegenden und gut recherchierten Informationen zum jeweiligen Kunstwerk und dessen theologischen Hintergründen weisen die Entwürfe auch Arbeitsblätter auf, die die Schülerinnen und Schüler zur persönlichen Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk anleiten wollen.

Hendrik Lange möchte durch seine Arbeit zum einen die „Schnittmenge“ von Gesamtschule und Pfarrgemeinde vergrößern. Zum anderen ist es ihm wichtig, Kindern und Jugendlichen durch die Erschließung heimische Kunstwerke den Zugang zum christlichen Glauben zu erleichtern. Er erklärt: „Ein Kunstwerk bewusst wahrnehmen und sich mit ihm einen oder besser mehrere Augenblicke zu beschäftigen, kann eine bereichernde Erfahrung ermöglichen.“

Der Autor bot zudem Pfarrer Forthaus an, seine Entwürfe auch auf der Homepage der Pfarrei zu veröffentlichen, damit diese so auch für die Gemeindekatechese oder für interessierte Gemeindemitglieder zugänglich gemacht werden können.

Pfarrer Forthaus bedankte sich bei dem engagierten Pädagogen für seine lokal angebundenen religionspädagogischen Arbeiten. Er wünschte den Entwürfen Langes eine weite Verbreitung und freut sich bereits auf weitere Impulse aus der Feder des jungen Lehrers.

Downloads:

HIER geht es zum Unterrichtsentwurf zum Martyrium des hl. Pankratius

HIER geht es zum Unterrichtsentwurf zur "Georgsmesse"

Kirchturm ist wieder zu besteigen

Pfarrgemeinde investierte kräftig in die Sicherheit

 

Seit dem Herbst letzten Jahres war der Kirchturm der St. Pankratiuskirche gesperrt. Die Sicherheitsmängel waren zu groß geworden. Sachverständige hatten dem Kirchturm bescheinigt, dass die Zuwege zu unsicher und für die Öffentlichkeit gesperrt werden mussten. Der Kirchenvorstand musste reagieren und finanziell weitreichende Entscheidungen treffen. Reicht eine kleine Lösung, um den Turm für die Fahnenkompanie oder Wartungsgänge für Angestellte und Handwerker zu sichern? Oder soll der Kirchturm zukünftig auch wieder für kirchliche Gruppen oder öffentliche Führungen zu besteigen sein? Der Kirchenvorstand hat sich für die große Lösung entschieden. Statt ca. 3.000,-€ für die kleine Lösung, hat er sich für eine umfangreiche Absicherung mit einem Finanzvolumen von ca. 25.000,-€ ausgesprochen. Das Bistum Münster hat sich zur Hälfte an diesen Kosten beteiligt. Diese Entscheidung hat die katholische Pfarrgemeinde insbesondere vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung der Glockenstube mit seinen fünf Glocken für die „Glockenstadt“ Gescher getroffen.

Das erste Stück im Kirchturm geht es eine Steintreppe hoch. Hier gab es bisher lediglich ein Seil, an dem sich die Besucher festhalten konnten. Es ist durch ein festes Metallgeländer ersetzt worden. Die Besucher gelangen dann zu einer Ebene, wo ein Blick von oben auf das Kirchengewölbe möglich ist. Ein eindrucksvolles Bild, die Kirche „von oben“. Für den Aufstieg zu den weiteren Ebenen waren umfangreiche Holzarbeiten erforderlich. Die zahlreichen Treppen- und Leiterstufen sind verstärkt und ausgebessert, die Handläufe erneuert, und andere Sicherungsmaßnahmen vorgenommen worden. Die Besucher gelangen in die Glockenstube und stehen unmittelbar neben den eindrucksvollen Glocken. Während der Zeit des Besuches wird das Läuten der Glocken aus Sicherheitsgründen durch ein Schlüsselschloss verhindert. Wer dann noch genug Ausdauer hat, kann noch weiter bis zu der Ebene gelangen, auf der die Fahnen zu besonderen Gelegenheiten gehisst werden. Weil das Holz dieser Ebene nicht mehr ausreichend tragfähig war, ist hier der komplette Fußboden verstärkt worden. Der gesamte Kirchturm ist darüber hinaus erstmals mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet worden, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten.

Naturgemäß entspricht so ein historischer Kirchturm nicht den aktuellen Bauvorgaben, gleichwohl ist zukünftig ein weitgehend sicherer Aufstieg möglich. Eine gewisse Fitness sollten die Besucher aber mitbringen…

Hier ist die neue Hausordnung für den Kirchturm einsehbar.

Abschluss der Reinigungs- und Intonations-Arbeiten an unserer Kirchenorgel

Vor viereinhalb Monaten erklang unsere Kirchenorgel zum letzten Mal. Anschließend wurde sie von der Werler Orgelbaufirma Stockmann auseinandergenommen, gereinigt, repariert, um zwei Register erweitert und letztendlich intoniert und gestimmt. Am 25./26. Oktober wird sie wieder in den liturgischen Dienst genommen. Dazu schreibt unser Kantor Reinhard Mensing:

„Das Instrument wurde 1951 durch die Fa. Stockmann gebaut. 1962, 1984 und 2004 wurden Umbau und Erweiterungsarbeiten ausgeführt. Aufgrund der zeitbedingten Verschmutzung musste die Orgel gereinigt werden. Nach Pfingsten wurde das gesamte Pfeifenwerk sowie Raster und Stellbretter ausgebaut, die Windladen, Balg und Kanalanlagen wurden gereinigt. Im Zuge der Reinigungsarbeiten haben die Orgelbauer das Instrument technisch durchgesehen, überholt und alle nötigen Reparaturen an Pfeifen und Mechanik erledigt.

Ab August wurden nach und nach die einzelnen Register wieder eingebaut und mit der Arbeit der Intonation begonnen. Hier wird die Lautstärke jedes Registertones an seine Klangfarbe angepasst. Beim Klavier geschieht dies durch den Anschlag des Hammers an die Seite, bei der Pfeife durch Regulierung des Labiums. Die Intonation wird einmalig beim Neubau einer Orgel oder erneut bei einer Generalüberholung durchgeführt. Aufgrund der Vielzahl von Pfeifen, die einzeln intoniert werden müssen, ist das Intonieren von Orgeln sehr aufwendig.

Mit dem Abschluss der Arbeiten können wir uns nun über einen homogenen und tragfähigen Orgelklang freuen.

Zwei neue Register: Im Schwellwerk ist eine Oboe 8` hinzu gekommen und das Pedal um eine Trompete 8` ergänzt worden. Der Dulzian 8` im Rückpositiv ist zu einem 16` in den Originalzustand zurückversetzt worden. Somit besitzt unsere Orgel jetzt 42 klingende Register. Die Registerabfolge im Spieltisch ist neu angeordnet und die Registerbezeichnungen in deutscher Sprache auf neuen Schildchen graviert."