Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.
Doch als ich stürzte, lachten sie und taten sich zusammen. Sie taten sich gegen mich zusammen wie Fremde, die ich nicht kenne. Sie hören nicht auf, mich zu schmähen; sie verhöhnen und verspotten mich, knirschen gegen mich mit den Zähnen. Herr wie lange noch wirst du das ansehen? Rette mein Leben vor den wilden Tieren, mein einziges Gut vor den Löwen! (Ps 35,15-17)

Dritte Station: Menschlich

Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.

Die Tradition gläubiger Kreuzwegbetrachtung weiß um das dreimalige Fallen Jesu unter dem Kreuz. Wer einen schweren Weg zu gehen hat, dazu noch eine zusätzliche Last schleppend, der kann straucheln,stolpern und fallen. Das ist menschlich. Das ist selbst Jesus nicht erspart geblieben.
Das Fallen muss nicht tragisch sein, das Liegenbleiben schon. Jesus ist immer wieder aufgestanden und weitergegangen. Er ermutigt auch uns dazu. Mehr noch: Er richtet uns im Bußsakrament neu auf und auf sich hin aus.

In der Pfarrkirche, an der diese Station steht, kann ich mir dies im Sakrament der Buße immer wieder schenken lassen.

Braucht der Mensch Gott, oder geht es auch ohne ihn ganz gut? Wenn in einer ersten Phase der Abwesenheit Gottes sein Licht noch nachleuchtet und die Ordnungen des menschlichen Daseins zusammenhält, so scheint es, dass es auch ohne Gott ganz gut geht. Aber je weiter die Welt sich von Gott entfernt, desto klarer wird, dass der Mensch in der Hybris der Macht, in der Leere des Herzens und im Verlagen nach Erfüllung nach Glück immer mehr das Leben verliert. Der Durst nach dem Unendlichen ist im Menschen unausrottbar da. Der Mensch ist auf Gott hin geschaffen und braucht ihn.