Jesus wird an das Kreuz genagelt.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst! Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden. (Lk 23,36-38)

Elfte Station: Festgelegt

Jesus wird an das Kreuz genagelt.

Hier ist die zweite Station, auf der die Person Jesu fehlt; lediglich der senkrechte Kreuzesbalken ist am rechten Bildrand zu sehen. Im Mittelpunkt steht ein Mensch, bewaffnet mit Hammer und Nagel. Wo sich der Mensch in den Mittelpunkt stellt, ist kein Platz für andere. Sie muss er auf seine Meinung festnageln, auf seine Ziele festlegen, sie wehrlos machen, sie kreuzigen. Diese Anderen sind nicht nur Menschen, die es sich dienstbar zu machen oder auszunutzen gilt. Diese Anderen sind die ganze Schöpfung: Tiere und Pflanzen, Luft und Wasser. Der Mensch im Mittelpunkt hegt und pflegt sie nicht mehr, wie es ihm von Gott aufgegeben ist (vgl. Gen 2,15), er missbraucht sie für seinen Profit, legt sie massenhaft aufs Kreuz. In ihr leidet der, durch den und auf den hinalles erschaffen ist (vgl. Kol 1,16).

Am Kreuz, als Jesus in seinem Fleisch die dramatische Begegnung zwischen der Sünde der Welt und dem Erbarmen Gottes erlitt, konnte er zu seinen Füßen die tröstliche Gegenwart seiner Mutter und seines Freundes sehen. (...) Diese Worte Jesu an derSchwelle des Todes drücken in erster Linie nicht eine fromme Sorge um seine Mutter aus, sondern sind vielmehr eine Aussage der Offenbarung, die das Geheimnis einer besonderen Heilssendung zum Ausdruck bringt.