Es war am Rüsttag des Paschafestes, ungefähr um die sechste Stunde. Pilatus sagte zu den Juden: Da ist euer König! Sie aber schrien: Weg mit ihm, kreuzige ihn! Pilatus sagte zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer dem Kaiser. Da lieferten er ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde. (Joh 19,14b-16a)

Erste Station: Ausgeliefert

Jesus wird zum Tode verurteilt.

Fragendes Schulterzucken bei Pontius Pilatus: Warum eigentlich? Er weiß es selbst nicht so genau. Jesus steht gebunden vor ihm. Er fügt sich im Vertrauen auf den Vater. Ein großes „Warum eigentlich“ werden viele in sich tragen, die von dieser Station aus auf den Friedhof gehen: Warum so plötzlich? Warum so früh? Warum zuvor so großes Leid? Warum dieser Mensch?

Jesus wusste sein „Warum“ aufgehoben bei Gott, der die Macht hat, die Toten lebendig zu machen (vgl. Joh5,21).
Der Hahn auf der Säule am rechten Bildrand steht nicht nur für die Verleugnung des Petrus; er ist immer auch schon Herold der Auferstehung.

Eine der ernsthaftesten Versuchungen, die den Eifer und den Wagemut ersticken, ist das Gefühl der Niederlage, das uns in unzufriedene und ernüchterte Pessimisten mit düsterem Gesicht verwandelt. Niemand kann einen Kampf aufnehmen, wenn er imVoraus nicht voll auf den Sieg vertraut. Wer ohne Zuversicht beginnt, hat von vornherein die Schlacht zur Hälfte verloren und vergräbt die eigenen Talente.