Jesus nimmt das Kreuz.
Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt. (Joh 19,17)

Zweite Station: Annahme

Jesus nimmt das Kreuz.

Der Dichter Clemens Brentano lässt die selige Anna Katharina Emmerick, geboren im benachbarten Flamschen bei Coesfeld, dieses Ereignis so sehen: Als das Kreuz vor Jesus auf dem Boden lag, warf er sich dabei auf die Knie nieder, umfasste es mit den Armen und küsste es dreimal… Er umarmte sein Kreuz, den ewigen Altar des genugtuenden blutigen Opfers… Da setzte sich der auf Eden so schmähliche, im Himmel so selige Triumphzug des Königs der Könige in Bewegung.

Diese Station, am Altenheim stehend, kann all denen Ermutigung sein, die das Kreuz des Alters, des Angewiesenseins auf fremde Hilfe, das Loslassen der vertrauten Umgebung annehmen müssen.

Wir sehen, dass in unserer westlichen Welt Mangel herrscht. Vielen Menschen mangelt es an der Erfahrung der Güte Gottes. Zu den etablierten Kirchen mit ihren überkommenden Strukturen finden sie keinen Kontakt. Warum eigentlich? (...) Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt ist eine Krise des Glaubens. Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, werden alle strukturellen Reformen wirkungslos bleiben.