Feierliche Altarweihe in St. Antonius

Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Hegge am Sonntag (17.03.)

„Lasst die Antonius-Kapelle einen Ort des Gebetes, der Begegnung und des Friedens werden!“, rief Weihbischof Christoph Hegge den zahlreichen Gottesdienstbesuchern zu. Anlass seines Besuches in Gescher war die Einweihung des Altares und die Neueröffnung der St. Antonius-Kapelle, die auch als Autobahnkapelle Bedeutung hat. Stolz sind die Tungerloher auf „ihre“ neu gestaltete Kapelle.

So war es nicht verwunderlich, dass die Kapelle die zahlreichen Besucher nicht fassen mochte. Erwin Honvehlmann, Hubert Upgang und Anton Nienhuis vom Stadt-TV machten es möglich, dass das Pontifikalamt in Wort und Bild in die Andachtskapelle übertragen wurde und von zahlreichen Gläubigen mitverfolgt werden konnte. Fahnenabordnungen der beiden Tungerloher Schützenvereine, Vertreter von Kirchenvorstand, Pfarrei- und Kapellenrat sowie Bürgermeister Kerkhoff zählten zu den Ehrengästen, die sich die Zeremonie nicht entgehen lassen wollten. „Die Handwerker haben hier etwas wunderbares vollbracht“ sagte Pfarrer Hendrik Wenning in seiner Begrüßung, denn noch im November habe es in der Kapelle nur nach „Großbaustelle“ ausgesehen. Mit der Neugestaltung des ehrwürdigen Gotteshauses habe Tungerloh sein Kleinod wieder. Es sei eine Fügung Gottes, dass am zweiten Fastensonntag die alte Kapelle zu neuem Leben erweckt würde, sagte Bischof Hegge. „Versucht in unserer schnelllebigen Welt hier in ruhe und von herzen zu beten“ sagte er in seiner Predigt, bevor die Weihezeremonie begann, die mit der Allerheiligen-Litanei seinen Anfang nahm.

Zunächst wurde der reichlich verzierte hölzerne Ambo (Lesepult) mit Weihwasser ebenso der Altar besprengt. Zur Weihe gehört ebenso die Ölung mit Chrysam und das Abbrennen von Weihrauch – und damit wurde nicht gespart. Der vom Künstler Heiermann aus Köln geschaffene Altar war Von 1979 bis zur Profanierung der St. Marien-Kirche der Mittelpunkt des Gotteshauses. In der Kapelle kommt er neu zur Geltung. An den Bildhauer und Künstler Theo Heiermann aus Köln erging seinerzeit der Auftrag, einen Altar gemäß dem Gemeinderuf „Deinen Tod oh Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“ zu erstellen. Seitdem schmücken der Kreuzestod Christi, seine Auferstehung und Wiederkunft und auf der (jetzt) vorderen Seite die Geburt Christi die vier Seiten des Altars. Mit der „münsterländischen Nationalhymne“ dem Lied „Großer Gott wir loben dich …!“ feierten die Tungerloher die Weihe. So geweiht, konnte erstmals wieder an diesem Altar eine hl. Messe gefeiert werden. In Konzelebration feierten Bischof Hegge sowie Pfarrer Wenning und Pastor Jacob die Eucharistie nachdem der bis dahin noch kahle Altar wurde von den Messdienern unter Obermessdiener Timo Efing für die Messe hergerichtet. Altartuch, Kerzen und vor allem das Kreuz zierten jetzt den Kirchenmittelpunkt. Zum Schluß des Gottesdienstes wurde auch das Tabernakel, das ebenfalls der Marienkirche entstammt und in welches das „Allerheiligste“ aufbewahrt wird, durch den Bischof geweiht. Als Zeichen des Vorhandenseins des „Allerheiligsten“ wurde das „ewige Licht“ entzündet. Eines darf in Tungerloh bei einem Festgottesdienst nicht fehlen: laut schmetterten die Gläubigen das Antoniuslied nachdem Hegge den bischöflichen Segen über die Gläubigen gesprochen hatte. Eine Altarweihe sei ein eher seltener Akt, sagte Bischof Hegge in einem Gespräch mit unserer Zeitung. In seiner zehnjährigen Laufbahn als Bischof sei es das dritte mal, dass er eine solche Weihehandlung vorgenommen habe. Dabei habe es sich jeweils um eine „Neueinweihung“ nach einer Profanierung gehandelt.

Zahlreich traf man sich anschließend im Landhaus um sich gegenseitig auszutauschen oder über die gelungene Neugestaltung zu reden. „Unsere Kapelle ist einfach nur top!“ brachte es Josef Vens-Hilbt, Ehrenvorsitzender der St. Antonius-Schützengilde auf den Punkt.

Fotos F.J. Schulendorf