Messe anstelle der Annaberg-Wallfahrt

Seit mehr als 450 Jahren pilgern die Tungerloher zum Annaberg in Haltern. Traditionell treffen sich hierzu die Gläubigen am dritten Samstag im August. Die Corona-Pandemie jedoch verändert alles. Die Organisatoren Heinrich und Ludger Osterkamp sowie Klaus Herbstmann sagten die Fußwallfahrt ab. Als Ersatz konnte in Absprache mit Pfarrer Wenning ein Open-air-Gottesdienst an der St. Antonius-Kapelle angeboten werden. Hierzu konnte Pater Sebastian Joseph zahlreiche Gläubige begrüßen.

Eigentlich sind die Tungerloher Verehrer des Hl. Antonius, doch seit mehr als 450 Jahren pilgern sie zum Annaberg in Haltern, um die Hl. Anna oder „Mutter Anna“ wie sie liebevoll genannt wird, zu verehren. Als erste urkundliche Erwähnung der Tungerloher Wallfahrt gilt eine silberne Plakette, auf der eine Madonna zu erkennen ist mit der Inschrift: „8. September 1756 KGB Tungerloh“

Johann Bernhard Wiesch (1766-1824), Lehrer und Kaplan aus Tungerloh-Pröbsting, war zwar nicht der Gründer der Tungerloher Annabergwallfahrt jedoch ein aktiver Pilger und Förderer. „Lasst den Weg zum Annaberg nicht mit Gras bewachsen“ mahnte er immer wieder.

„In diesem Jahr muss einmal Gras wachsen“, meint Ludger Osterkamp und ist der festen Überzeugung, dass im kommenden Jahr die traditionelle Wallfahrt wieder stattfinden kann. „Wir freuen uns schon darauf, wenn es wieder fußläufig über alte Wald- und Wiesenwege der „Mutter Anna“ entgegen geht“ hörte man aus den Reihen der sonstigen Pilger, denn wer einmal mitgelaufen ist, geht immer wieder diesen Weg. Mit dem Open-air-Gottesdienst habe man in diesem Jahr eine würdevolle Alternative gefunden.

(Text und Fotos: fjs)