Reisesegen und Fahrzeugsegnung

zum Tag der Autobahnkirchen in St. Antonius, Tungerloh

An allen 24 Autobahnkirchen und -kapellen in Deutschland trafen sich am Sonntag zeitgleich die Gläubigen zu einer Kurzandacht verbunden mit einem Reisesegen.

Die St. Antonius-Autobahnkapelle, gelegen an der A-31 (Abfahrt Gescher / Coesfeld) war Ziel zahlreicher Gläubiger. Viele Menschen nahmen sich einen Augenblick Zeit für Ruhe und Einkehr. Nicht nur Autofahrer auch zahlreiche Radler hatten den Weg zur Antonius-Kapelle gefunden.

Der Vorplatz der im gotischen Baustil errichteten Kapelle war dabei gut besucht. In der kurzen Andacht erinnerten Pastor Jakob Vazhakunnathu sowie Pater Sebastian Joseph daran, das Fahrzeug als nützliches Hilfsmittel einzusetzen und es gedankenvoll zu nutzen. In den Fürbitten vertraute man insbesondere dem Heiligen Christopherus, dem Schutzpatron der Autofahrer. Ebenso gedachte man den im Straßenverkehr verunglückten Menschen. Neben dem Reisesegen boten die beiden Priester einen Fahrzeugsegen an. „Es ist der Mensch, der bewusst und rücksichtsvoll mit den Fahrzeugen umgehen muss“ hieß es, bevor die Autos, Scooter und Fahrräder mit Weihwasser besprengt wurden.

Bereits im Mittelalter wurden dem Wanderer, Pilger und Reisenden Andachtsmöglichkeiten in Form von Kapelle und Kreuzen am Wegesrand geboten. Sie sollten einerseits als Orte der Schutzgebetes dienen, andererseits den Menschen mahnen, sich auf Gott zu besinnen. Eine den veränderten Lebensräumen angepasste Form der traditionellen Wegekapellen sind die Autobahnkirchen. Sie sollen Gegenpol zu der schnelllebigen Zeit sein. Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche. Die Besucher schätzen hierbei vor allem die Ruhe und Anonymität. Die erste Autobahnkirche wurde 1958 in Adelsried an der A 8 eingeweiht. Insgesamt gibt es in Deutschland 13 Autobahnkapellen und 18 Autobahnkirchen.

Foto F.J. Schulenkorf