Firmung mit Bischof Genn

115 Jugendliche empfangen am 10. Juni das Sakrament der Firmung

 

Mit dem Geläut der beiden Gescheraner Kirchtürme wurde gestern Bischof Dr. Felix Genn in der Glockenstadt begrüßt. Anlass für seinen Besuch war die Firmung von 115 Jugendlichen der Pfarrgemeinde St. Pankratius und St. Marien.

Zum Begrüßungskommitee am Haller Weg gehörten Pastor Jacob, die Vorsitzende des Pfarrreirates Ute Kröger-Schlemmer als auch der erste Bürger der Stadt, Bürgermeister Thomas Kerkhoff. In einer Kutsche wurde der Bischof sodann in die Stadt gefahren. Für Kutscher Franz-Josef Dieker war es das dritte Mal, dass er einen solch „hochwürdigen" Kutschgast hatte. In der Gartenstraße stand dem Bischof ein großer Empfang bevor. Sämtliche Schützenvereine, sowie die kirchlichen Vereine und Verbände waren mit Fahnenabordnungen bzw. dem Vorstand angetreten um dem Bischof einen würdigen Empfang zu bereiten. „Ich bin einfach nur perplex über eine solche Begrüßung“ stellte Genn fest, bevor er überhaupt Pfarrer Hendrik Wenning und seine Glaubensbrüder herzlich begrüßen konnte. „Die ganze Stadt Gescher freut sich und heißt Sie herzlich willkommen“, so die Worte von Pfarrer Hendrik Wenning. Dem Präsidenten der St. Pankratius-Schützengilde Bernd-Theo Grimmelt oblag es, stellvertretend für alle Vereine die Grußworte zu sprechen. Der letzte Bischofsbesuch liegt Jahrtzehnte zurück“, wußte Grimmelt.

1985 besuchte Bischof Dr. Reinhard Lettmann die Glockenstadt anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Pfarrgemeinde. Die Glockenstadt Gescher sei ihm schon ein Begriff, so Bischof Genn, doch sei er jetzt zum ersten Mal in dem Ort. Erstaunt zeigte er sich über die Nutzung und Neugestaltung der ehemaligen Marienkirche, bevor er in einem Festzug durch „Geschers gute Stube“ zur Pfarrkirche geleitet wurde. Der Klang von elf Bronzeglocken begleiteten ihn dabei. Ein solcher Empfang, mit einer solch großen Anzahl von Schützen und Vereinsmitgliedern beeindruckt mich sehr“, so der Bischof und gab das Versprechen ab, „Gescher werde ich nicht vergessen!“.

Unter dem Applaus der Firmlinge, ihrer Paten, Eltern und Kirchenbesuchern erreichte der Festumzug das altehrwürdige Gotteshaus. Anlass des Besuches war die Firmung von 115 Jugendlichen der Pfarrgemeinde. Bei der Firmung handelt es sich um eines der sieben Sakramente der kath. Kirche. Die Firmung wird im jugendlichen Alter, quasi in der Zwischenzeit vom Kind zum Erwachsenen gespendet. Hierbei steht das Taufversprechen und somit die Tauferneuerung, im Mittelpunkt der Feier. Bei der Firmung wird der Firmling mit dem geweihtem Chrisam gesalbt. Zu diesem hochfeierlichen Anlass war der Kirchenraum mit unzähligen „Feuerzungen“ aus Papier geschmückt worden. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch die „Kirchenband“ gestaltet. In seiner Predigt ermunterte der Bischof die Firmlinge zur „Geradlinigkeit auch wenn es manchmal schwer falle“ in einer Zeit der „Ellbogenmentalität, des Terrors und der Brutalität“. “Schaut auf eure inneren Kräfte, auf eure inneren Ressourcen.“, so der Bischof in seiner kurzen aber inhaltsreichen Predigt. Nach der Erneuerung des Taufversprechens spendete Dr. Genn die Firmung. Die jungen und kleinen Kirchenbesucher lud er ein, auf den Altarstufen Platz zu nehmen, damit „es euch nicht zu langweilig wird!“. In Konzelebration wurde sodann die Eucharistie gefeiert. Hierzu hatten neben dem Bischof, Pfarrer Hendrik Wenning, Pastor Jacob, Pater Cyrill, Domprobst a.D. Josef Alfers sowie Pfr. em. Karl Schüttert um den Altar versammelt.

Bei einem „Steh-Empfang“ auf dem Kirchplatz kamen die Gemeindemitglieder mit ihrem Bischof schnell ins Gespräch. Themen rund um die Kirche gibt es nicht nur in Gescher genug.

 

Fotos und Text F.J. Schulenkorf