Kolping sammelt alte Handys

Schätzungsweise 124 Millionen ausgediente Handys verstauben zurzeit allein in deutschen Haushalten; Handys, in denen wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Kupfer und Coltan enthalten sind. Vor einem Jahr gründete das deutsche katholische Hilfswerk MISSIO gemeinsam mit dem Kolpingswerk eine Handyspendenaktion.

Allein in der Glockenstadt konnten mehr als 500 ausgediente Handys gesammelt werden, freut sich Mitorganisator Josef Bieber. „Wir wollen auf jeden Fall diese Aktion weiter unterstützen“ sagt er und bittet weiterhin um Handyspenden. Rund 13000 ausgediente Handys konnten in den letzten zwölf Monaten gesammelt werden. Wer MISSIO sein altes Handy spendet, entsorgt diesen Elektroschrott verantwortungsbewusst und ermöglicht fachgerechtes Recycling, weiß der Elektrofachmann Bieber. Sämtliche Daten der Althandys werden dabei komplett gelöscht. „Das garantiert der Recycling-Partner von Mobile-Box in Köln.“

Der engagierte Kolpingsbruder, der in den 1960er Jahren als Entwicklungshelfer in Afrika tätig war, bittet, nur Handys mit sämtlichem Zubehör (Ladegerät nebst -kabel ) bei den Sammelstellen dem Kaufhaus N° 10, dem Pfarrbüro als auch bei jedem Kolpingsmitglied abzugeben. Dabei ist es gleichgültig, ob diese nur ausgedient oder aber defekt sind. Die SIM- bzw. Speicherkarte sollte zuvor entnommen werden. Vor einem Jahr gestartet, konnten ca. 300 Gramm Gold, zwei Kilogramm Silber und mehr als 100 kg Kupfer gewonnen werden. Hinzu kommt das wertvolle Coltan, das zur Kühlung der Akkus benötigt wird. Gerade Coltan ist heiß umkämpft. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo kämpfen z.B. bewaffnete Milizen um diese Bodenschätze. Mit dem Verkauf der illegal gewonnenen seltenen Metallen wie Coltan finanzieren sie ihren Krieg. Millionen Menschen sind durch den Bürgerkrieg in der DR Kongo zu Flüchtlingen geworden. Dörfer werden überfallen, Menschen verschleppt und Frauen wird Gewalt angetan. Gemeinsam mit MISSIO fordert das Kolpingswerk die Handyhersteller und Betreiber auf, keine illegalen Bodenschätze zu verarbeiten. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit ist es sinnvoll, Althandys wiederzuwerten. Der Umgang mit kostbaren Rohstoffen sei nur ein triftiger Grund, die Althandys zu sammeln.

Weitere Gründe seien die Gewalt und die Menschenrechtsverletzungen die mit dem Abbau der wertvollen Metalle verbunden sind. Kolping leistet mit dem Erlösanteil eine Bewusstseinsbildung im Umgang mit Ressourcen und zur Bekämpfung von Fluchtursachen. So werden z.B. zwei Trauma-Zentren im Ostkongo unterstützt. Dort erhalten jährlich 400 Frauen und Männer seelsorgerische Hilfe, damit sie ein neues Leben beginnen können. „Warum also sollen ausgediente oder defekte Handys in den Schubladen verstauben, wenn diese mit wenig Aufwand im wahrsten Sinne wertvolle Hilfe leisten können?“, fragt Bieber.

Annahmestellen: Pfarrbüro St. Pankratius und Kaufhaus N° 10, Kirchplatz, sowie bei jedem Kolpingsmitglied. Für Nachfragen steht Josef Bieber (Tel 4279), Stockheimstr. 14 zur Verfügung.

Foto F.J. Schulenkorf