Zu Fuß zum Annaberg nach Haltern

Eigentlich sind die Tungerloher Verehrer des Hl. Antonius. Doch seit mehr als 450 Jahren pilgern sie auch alljährlich zu Fuß zum Annaberg in Haltern um die Mutter Anna, wie man sie liebevoll nennt, zu verehren. Stets am dritten Wochenende im August zieht es die Pilger aus Gescher-Tungerloh nach Haltern, so auch am vergangenen Samstag. Nachdem das Pilgerkreuz aus der St. Antonius-Kapelle geholt worden war, ging es in Richtung Hochmoor. Hier schlossen sich weitere Pilger der noch kleinen Schar an. Singend und betend ging es weiter nach Reken. Nach einer kurzen Mittagspause traf man sich in der Alten Kirche, die heute als Sakral-Museum fungiert, zu einem Gebet, bevor es über Fuß- und Wirtschaftswege durch die Hohe Mark dem Annaberg entgegenging. Mittlerweile war die Zahl der Pilger weiter angestiegen, schlossen sich doch weitere Männer, Frauen und Jugendliche der Gruppe an. Unter dem Geläut der Kirchenglocken ließ man auch Reken hinter sich. Freundlich empfangen werden die Pilger alljährlich in der Bauerschaft Surendorf von den Nachbarn der dortigen 1988 wiedererrichteten Kapelle. Es gehört zur Tradition, dass die Pilger hier mit Getränken versorgt werden. „Ab hier beginnt die schönste und landschaftlich reizvollste Wegstrecke zum Annaberg“, weiß Ludger Osterkamp, einer der Organisatoren. Die hügelige Wegstrecke zum Annaberg führt ab hier über Waldwege, verschlungene Pättkes und Wanderwege. Die Glocke der Wallfahrtskapelle erklingt, als die Pilgergruppe den Wallfahrtsort nach einer gut 32 Kilometer zählenden Wanderstrecke erreicht. Etwas ermüdet vom Wandern, jedoch mit sich selbst zufrieden, endet der Wallfahrtstag mit dem Entzünden der Pilgerkerze in der Kapelle, während das Lied „In dieser Nacht ...“ gesungen wird. In der Regel zählt die Wallfahrt bis Reken ca. 25 bis 30 Teilnehmer. Ab Reken verdoppelt sich die Zahl der Pilger jedoch. Für die Pilger ist es jedes Mal ein erhabenes und befreiendes Gefühl den Weg zum Annaberg gelaufen zu sein. Nachdem im vergangenen Jahr die Wallfahrt coronabedingt ausfallen musste, waren die Organisatoren über die zahlreiche Teilnahme umso überraschter, wie Klaus Herbstmann sagt. Sicherlich habe auch das vorausgesagte beste Wanderwetter dazu beigetragen.

Die Wallfahrt im nächsten Jahr findet am Samstag, 20. August 2022, statt.