Einweihung der Marienkapelle

Pontifikalamt und Prozession mit Weihbischof Christoph Hegge

„Der Andachtsraum ist eine Bereicherung für uns Katholiken in Gescher“, äußert sich Martin Elskemper, Mitglied des Kirchenvorstandes. Am Freitagabend wurde dieser im Turm der ehemaligen St-Marien-Kirche eingeweiht.

Zuvor feierte die Pfarrgemeinde ein Pontifikalamt mit Weihbischof Christoph Hegge aus Münster. Der Termin für die Einweihung der Andachtskapelle war wohl überlegt: am Hochfest Mariä Empfängnis“ sollte die Feier stattfinden. Und dieser Tag wird bei allen Dabeigewesen unvergesslich, und das nicht nur aufgrund des Schneegestöbers, bleiben. Die Glockenstadt hat einen neuen Feiertag: „Maria im Schnee“, wie Pfarrer Hendrik Wenning schmunzelnd feststellt. Begonnen wurde mit einem Pontifikalamt in der gefüllten Pfarrkirche. „Es ist der harte Kern der Pfarrgemeinde, der hier zugegen ist – und das sind Sie“ sagte der Bischof, an die Pfarrgemeinde gerichtet. Für eine solche Gemeinde lohne sich der weiteste Weg, meinte er. Selbst der ehemalige Pfarrer Udo Diepenbrock hatte sich auf den Weg nach Gescher gemacht, um die Feier zu begleiten. Er sei einer der Wegbereiter zu der Andachtskapelle gewesen, meinte Pfarrer Hendrik Wenning. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor unter Leitung von Kantor Reinhard Mensing.

Nach dem Gottesdienst war geplant, in einer Lichterprozession zu der profanierten „Neuen Kirche“ wie sie im Gescheraner Sprachgebrauch genannt wird, zu ziehen. Das Wetter machte jedoch einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Beim Auszug stürmte und schneite es dermaßen, dass nicht eine Kerze der vielen Messdiener und mitziehenden Gläubigen brennen konnte. Dennoch zog man Marienlieder singend und betend durch das Schneegestöber zum Mariengelände. Mitglieder des Kirchenvorstandes führten die bronzene Marienstatue, die jahrelang die Marienkirche zierte, mit. Sie wird auch in Zukunft zentraler Mittelpunkt des Andachtsraumes sein. Der Andachtsraum vermochte die große Zahl Gläubiger nicht zu fassen, so dass die Segnung auf der Außentreppe stattfand.

Bevor die wertvolle Statue jedoch ihren endgültigen Platz bekam, segnete Bischof Hegge die Statue als auch die in der Kälte ausharrenden Gläubigen. Er wertete es als Zeichen, dass der reinweiße Schnee die „Mutter Gottes“ bedeckte. Es waren kräftige Männer gefragt, als es galt, der „Mutter Gottes“ ihren endgültigen Platz zu geben. Mit Weihrauch und Weihwasser weihte Christoph Hegge im Beisein der Pfarrer Wenning, Diepenbrock und Jakob den Andachtsraum, der sich schlicht und einfach zeigt. Was ist eine kirchliche Feier im Münsterland ohne der heimischen Hymne? „Großer Gott wir loben dich...“ klang es spontan von der Gemeinde. Anschließend hatten die Gläubigen die Möglichkeit, die Kapelle in Augenschein zu nehmen. „Der Andachtsraum ist schlicht aber schön“ meinte Norbert Gevers. Lobende Worte auch von Alois Stockhoff, der sich darüber freut, dass der Turm des ehemaligen Gotteshauses der Kirche weiterhin zur Verfügung steht und dass vor allem die „Muttergottes“ ihren Ehrenplatz in der Glockenstadt erhalten hat. Auch das Chorkreuz der damaligen Pfarrkirche hat in dem Andachtsraum einen neuen Platz gefunden. „Wir begehen einen Neustart für die Christen in Gescher!“ - Weihbischof Hegge in seiner Predigt.