Fz-Segen

An allen 32 Autobahnkirchen und -kapellen in Deutschland trafen sich zeitgleich am Sonntag die Gläubigen zu einer Kurzandacht verbunden mit einem Reisesegen.
Die St. Antonius-Autobahnkapelle, gelegen an der A-31 (Abfahrt Gescher / Coesfeld) war Ziel zahlreicher Gläubiger.  Viele Menschen nahmen sich einen Augenblick Zeit für Ruhe und Einkehr. Der Vorplatz der im gotischen Baustil errichteten Kapelle in Tungerloh-Capellen war dabei gut besucht. In der kurzen Andacht erinnerte Pastor Jacob daran, das Fahrzeug als nützliches Hilfsmittel einzusetzen und es gedankenvoll zu nutzen. In den Fürbitten vertraute man insbesondere dem Heiligen Christopherus, dem Schutzpatron der Autofahrer sowie St. Raphael. In seiner kurzen Predigt erinnerte Jacob daran, sich im Straßenverkehr verantwortungs- und rücksichtsvoll aber auch hilfsbereit  zu verhalten.
Neben dem Reisesegen bot der Pfarrer einen Fahrzeugsegen an. „Fahrzeuge werden gesegnet, um Gottes Schutz zu erflehen“ hieß es, bevor die Autos, Scooter und Fahrräder mit Weihwasser besprengt wurden.
Bereits im Mittelalter wurden dem Wanderer, Pilger und Reisenden Andachtsmöglichkeiten in Form von Kapellen und Kreuzen am Wegesrand geboten. Sie sollten einerseits als Orte der Schutzgebetes dienen, andererseits den Menschen mahnen, sich auf Gott zu besinnen. Eine den veränderten Lebensräumen angepasste Form der traditionellen Wegekapellen sind die Autobahnkirchen. Sie sollen Gegenpol zu der schnelllebigen Zeit sein.
Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche. Die Besucher schätzen hierbei vor allem die Ruhe und Anonymität. Die erste Autobahnkirche wurde 1958 in Adelsried an der A 8 eingeweiht. Insgesamt gibt es in Deutschland 13 Autobahnkapellen und 18 Autobahnkirchen.