Kirche in der Diaspora

Vortrag von Thomas Twents am 05. April 2016

Am Dienstag, 05.04.2016, fanden sich gut 20 Interessierte im „Haus der Begegnung“ ein, um Thomas Twents zu lauschen, der vom Engagement des Bonifatiuswerks (Info: www.bonifatiuswerk.de ) in den Diasporagemeinden von Deutschland, Skandinavien, Island sowie Estland und Lettland berichtete.  Dass Thomas Twents beruflich im Bonifatiuswerk als Leiter der Projektverwaltung („alles, was mit Steinen und Motoren zu tun hat“) tätig ist, verschafft ihm unweigerlich interessante und informative Einblicke in Pfarrgemeinden, die auch schon mal eine flächenmäßige Ausdehnung von Belgien erreichen.

Herr Twents machte deutlich, dass beispielsweise in Dänemark, wo die Katholiken einen Bevölkerungsanteil von lediglich 0,7 Prozent ausmachen, der einzelne Gläubige sehr einsam sein kann. Das kirchliche Leben ließe sich an diesen Orten ohne Hilfe von außen nicht finanzieren. Mit jährlich bis zu 12 Millionen Euro , die allein durch Spenden, Schenkungen und Vermächtnisse zusammenkämen, würden daher Baumaßnahmen (Kirchen, Pfarrheime, Klöster…), die Anschaffung von Gemeindebullis, christliche Kinder- und Jugendprojekte (religiöse Ferienfreizeiten, Bildungsprojekte, Schulseelsorge, katholische Kindertageseinrichtungen…), katholische Bildungsarbeit allgemein und pastorale Pilotprojekte. Zu diesen Punkten konnte der Referent jeweils interessante Beispiele in Bild und Film einspielen, die seine Ausführungen veranschaulichten.

Besonderes Interesse fanden zwei Hinweise des Referenten: Zum einen machte er deutlich, wie wichtig in den Diasporakirchen ein geselliges Miteinander nach den sonntäglichen Gottesdiensten sei. Dabei bezeichnete er den Kirchenkaffee als „8. Sakrament“.
Zum anderen wussten viele der Zuhörer nicht, dass das Bonifatiuswerk auch Praktikumsstellen für junge Katholiken vermittelt, die in ausgesuchten Projekten der Diasporakirche für eine gewisse Zeit mitarbeiten möchten (Info: www.praktikum-im-norden.de).

Die Zuhörer dankten Thomas Twents für seine reichhaltigen Informationen. Pfarrer Ralph Forthaus überreichte ihm abschließend ein Präsent und wünschte ihm noch viel Segen und Freude für sein berufliches Tun.