Ostergruß

Liebe Schwestern und Brüder,

wir feiern das Leben. Wir feiern das Licht. Wir feiern OSTERN. Zusammen mit den Christen aller Welt erinnern wir uns an die Auferstehung Jesu. Diese Tage machen uns Mut, dass nicht Tod und Not das letzte Wort haben, sondern das Leben und die Freude.

„Alleluja, lasst uns singen, denn die Freudenzeit ist da.“ Rufen wir aus vollem Herzen. Es ist schön, wenn die Osterlieder erklingen und uns vielleicht ein Schauer über den Rücken läuft, wenn wir einstimmen in die alten Gesänge. Gleichzeitig erleben wir eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Krankheit, Krieg und Teuerung sind nur drei Schlagwörter. Dazu kommt die Krise in der Kirche.

Es drängt sich die Frage auf, ob Tod, Not und Dunkelheit wirklich besiegt sind. Wo erleben wir den Ostersieg in dieser Zeit? Liebe Schwestern und Brüder, die Antwort lautet heute, wie vor 2000 Jahre und in aller Zeit: im Verborgenen! In der Abgeschiedenheit des Grabes siegt Christus über den Tod. Mit Händen greifen – wie es schon der ungläubige Thomas wollte – lässt sich dieses Ereignis nicht. Mit dem Herzen erspüren lässt sich das Geheimnis dieser Tage aber sehr wohl. Das war schon bei den Emmausjüngern so. Sie sind ihren Weg mit dem Auferstandenen gegangen, haben mit ihm geteilt, was sie bewegte, auf seine Stimme gehört und schließlich mit im Mahl gehalten. All das können wir auch. Suchen wir die Nähe Christi, indem wir ihn in der Kirche besuchen. Teilen wir unsere Gedanken, Sorgen und Bitten mit ihm, indem wir beten. Hören wir auf seine Stimme, indem wir das Evangelium lesen. Halten wir mit ihm Mahl, indem wir die heilige Messe feiern. Das ist alles nichts Großes, nichts Gewaltiges. Ostern passiert im Verborgen.  Gehen wir aber diesen unscheinbaren Weg Tag für Tag in Treue, dann kann die Osterfreude unsere Herzen entzünden und alle Dunkelheit vertreiben.

So wünsche ich Ihnen und Ihren Familien gesegnete Tage. Feiern Sie das Leben, feiern sie das Licht, feiern sie Ostern!

Ihr
Pastor Hendrik Wenning