Wenn ein Chor auf Reisen geht, spielt der Gesang eine überragende Rolle. In diesem Jahr fuhren wir mit 50 Chormitgliedern nach Mainz. Auch die Partner waren mit eingeladen. Unser Präses H. Wenning konnte leider nicht mitfahren, erteilte uns aber vor der Abfahrt den Reisesegen. Dann ging es los. Jeder richtete sich im Doppeldeckerbus gemütlich ein. Die ersten Süßigkeiten gingen schon durch die Reihen. Nicht lange dauerte es, bis die ersten Lieder mit Gitarrenbegleitung gesungen wurden. Das erste Ziel auf unserer Fahrt war das Kloster Bornhofen, in dem wir herzlich empfangen wurden und eine kleine Andacht, geleitet von Pastor Jakob, feierten.
In Mainz angekommen, ging es direkt auf Entdeckungstour. Mit einem „Meenzer Bube“ und zwei „Meenzer Mädchen“ starteten wir zu einem gemütlichen Spaziergang durch die heimeligen Gässchen und Plätze der Altstadt. Dabei wurden Anekdoten und Legenden teils in typischer Mundart erzählt.
Ein Büfett im Hotel rundete den ersten Tag ab. Schon früh am nächsten Morgen ging es wieder auf Besichtigungstour durch die Stadt. Nachmittags schloss sich eine Rundfahrt durch das Rheingau bis nach Rüdesheim an. Vor dem Niederwalddenkmal zu stehen, war schon aufgrund der Größe beeindruckend. Unterhalb der weithin zu sehenden Germania erinnert eine Inschrift an den Deutsch-Französischen Krieg und die Einigung des Reichs 1870 – 1871. Die Aussicht über den Rhein, der leider zu wenig Wasser für eine Schifffahrt hatte, belohnte alle Chormitglieder und ihre Partner mit einem tollen Ausblick.
Es brauchte keine große Überredungskunst, um spontan nach dem Kaffeetrinken direkt am Rheinsteig, ein Ständchen zu bringen. Bei „Möge die Straße“ konnten sogar einige Zuhörer mitsingen. Aber damit war der Tag noch nicht zu Ende. Die Winzer Familie Lamm in Eltville Erbach erwartete uns schon, um uns verschiedene Weine und ein Winzer Büfett zu präsentieren. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, dort zu singen, zu schunkeln und manches weiteres Glas Wein zu trinken.
Der Sonntag gehörte dem Gottesdienst in der berühmten St. Stephanskirche. Nur hier in Deutschland hat Chagall neun Fenster erschaffen, als einzigartiges Symbol für die französisch-deutsche Versöhnung.
Schon zu Beginn des Jahres hatte unser Chorleiter G. Kerkemeier ein Programm zum Erntedankfest zusammengestellt. So konnten wir während des Hochamts von John Rutter „Alle Dinge dieser Welt“, „Für die Schönheit dieser Welt“ und von Händel „Dank sei dir, Herr“ singen. Nach der Messe lauschten wir der Orgel, gespielt vom Regionalkantor A. Grün. Eine Erklärung der Chagall Fenster schloss sich daran an.
Leider ging es danach wieder auf die Heimfahrt, natürlich wieder mit viel Gesang, guter Stimmung und manch leckerem Tröpfchen.
Für alle Chormitglieder und deren Partner ging dieses Wochenende viel zu schnell vorbei. Erfüllt vom Gemeinschaftsgefühl, Miteinander zu singen und zu feiern, besondere Eindrücke in der Messe zu erleben, freuen sich jetzt schon alle auf das nächste gemeinsame Treffen. Vielleicht ist der ein oder andere Partner durch das gemeinsame Singen so inspiriert worden, dass er auch zur nächsten Probe kommt. Wir würden uns darüber freuen.