Beim nächsten Ton ist FRIEDEN

Friedensgottesdienst am Freitag, 21. September

Es ist Punkt 18 Uhr am Freitagabend. Verwundert schauen die wenigen Passanten der Innenstadt gen Kirchturm. Sämtliche Glocken der Kirchen und kirchlichen Einrichtungen beginnen zu läuten. Doch nicht nur in der Glockenstadt ertönen die Glocken, sondern in ganz Europa rufen an diesem 21. September 2018 die Glocken zum Friedensgebet.

In der Glockengießerstadt ist es selbstverständlich, dass man sich dem Aufruf der Vereinten Nationen anschließt, zum Zeichen des Friedens nicht nur die Kirchenglocken zu läuten., so Norbert Furth Anlass für den internationalen Friedenstag ist das Ende des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und als Erinnerung an den 30-jährigen Krieg vor 400 Jahren.

Neben den beiden großen Kirchen hat die Flüchtlingsinitiative „Das bunte Haus“ zu einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Pankratius-Kirche geladen. Immer mehr Menschen betreten das große Gotteshaus. Es sind Christen, Muslime und andere Religionsmitglieder die gemeinsam um den Frieden beten wollen. Schon nach kurzer Zeit ist die Kirche gut gefüllt. „Mit einer solch großen Schar haben wir nicht gerechnet“, sagt voller Freude Anni Furth von der Flüchtlingsinitiative. Pastor Jacob: „Wir Menschen sehnen uns nach Frieden und Harmonie“ und er fordert in seiner kurzen Ansprache Frieden für alle Völker, die Familien, den Nachbarschaften und auch mit der Natur. „Wir können zwar die Welt nicht retten, doch können wir einen kleinen Frieden in unsere kleine Welt tragen“, sagte er.Dabei reiche es nicht nur die Glocken zu läuten. „Wir selber müssen Frieden schaffen!“ so sein Fazit.

Gestaltet wurde der Gottesdienst von Mitgliedern des „Bunten Haus“. Gemeinsam mit geflüchteten Menschen, die Not, Vertreibung, Elend kennen trägt Maria Schüttert Fürbitten vor. Für Jede einzelne Bitte wurde sodann eine Kerze aufgestellt. Weitere Fürbitten werden aus der Gemeinde vorgetragen. Mit dem Friedensgruß und dem Segen endet der gut besuchte Gottesdienst. Als ständige Erinnerung an den Frieden ist ein kleines Glöckchen gedacht, das an die Besucher verteilt wird. „We shall overcome ...“ ein Gospelsong von Norbert Lanfer auf der Gitarre begleitet, führt die Menschen ins „Bunte Haus“. Der Raum vermag die vielen Gäste kaum zu fassen. Die Besucher ergreifen die Gelegenheit mit den in Gescher lebenden Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Ein kleiner Imbiss und bereitgestellte Getränke sorgen für eine angenehme Atmosphäre. „Wir sind in Gescher angekommen“ sagt voller Freude eine Frau – ein wenig Stolz schwingt dabei mit.

Text und Foto: F.J. Schulenkorf