In neuem Glanz strahlt der renovierte Wetterhahn auf dem Turm der St. Antonius-Autobahn-Kapelle in Tungerloh-Capellen. Nach erfolgter Restaurierung fand er am Patronatsfest seinen neuen – oder besser gesagt seinen angestammten Platz wieder.
Das Patronatsfest des Hl. Antonius gilt in Tungerloh als Feiertag. Bis auf den letzten Platz war die Kapelle besetzt – allen voran die Throngemeinschaften der beiden Schützenvereine und dem Kapellenbeirat.
„Wie das Fähnchen auf dem Turme...“ mit diesem Kinderlied begann Pfarrer Wenning seine Predigt und die gesamte Gemeinde stimmte ein. Dabei bezeichnete er den Hahn, der in der Bibel immer wieder erscheint stehe als Mahner und als Zeichen der begrenzten Zeit auf Erden. „Deshalb finden wir ihn immer wieder auch auf Kirchtürmen!“, so der Pfarrer.
Tönne Brüning vom Kapellenbeirat gratulierte allen, die an diesem besonderen Tag ihren Namenstag feiern, bevor er auf die Aktivitäten des Beirates einging. Erfreut zeigte er sich, dass der Wetterhahn jetzt wieder im goldenen Licht erstrahlt. „Er zeigt uns woher der Wind auch in der Kirche weht“ schmunzelt er
Sodann wurde es spannend Dachdecker Bernhard Seggewiss hatte bereits am Freitag seinen Kran in Position gebracht. Bevor es für Martin Elskemper in die Lüfte ging, segnete Pfarrer Wenning den im Sonnenlicht glänzenden Wetterhahn.
„Herr Elskemper, Sie müssen nach oben und benötigen bestimmt eine besondere Portion Segen!“ und bedachte ihn mit Weihwasser.
Dieser war zuvor von den Throngemeinschaften von Tgl-Capellen (Thomas Schültingkemper u. Anja Schüring) sowie Tgl-Pröbsting (Christof Kemna u. Renate Lanfer) geschmückt worden. Mit Fingerspitzengefühl dirigierte Seggewiss die Gondel in luftiger Höhe. Dabei war er auf die Anweisungen von M. Elskemper angewiesen. Es dauerte nur wenige Minuten, bis dass der Hahn montiert war. Spontan applaudierten die zahlreichen Besucher die gelungene Aktion. „Großer Gott wir loben dich ...“ man könnte fast sagen eine münsterländische Nationalhymne wurde angestimmt während die Gondel langsam zum Erdboden gleitete.
Die Kontrolle des Turmkreuzes im September letzten Jahres nahm man wahr, den mittlerweile rund 30 Jahre alten Wetterhahn zu demontieren und zu Restaurieren. „Es mussten nicht nur die Nieten erneuert werden“, wußte Pfarrer Wenning. Die Vergoldung übernahm dabei Malermeister Georg Korff.
Der erste Wetterhahn wurde Anfang der 1960er in der Werkstatt Bürger erstellt, wusste Paul Engbers, der damals noch selbst Hand anlegte. Dieser hielt bis 1987 und musste erneuert werden. Clemens Kröger und Helmut Averesch montierten damals das Schmuckstück in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Ahaus, die ihre Drehleiter zur Verfügung stellte in ca. 30 Meter Höhe.
Die Tungerloher sind stolz und zufrieden, dass die von ihnen so geliebte Kapelle jetzt ihren einstigen Schmuck wieder tragen darf. „Wie das Fähnchen auf dem Turme...!“
